Was ist StahlAssist?

Bei dem Projekt StahlAssist handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland gefördertes Forschungs- und Entwicklungsprojekt, in dem Partner aus der Stahlindustrie und Forschungspartner sich damit befassen, Erfahrungswissen mobil an den Arbeitsplatz zu bringen. Im Rahmen des Projektes werden Assistenzsysteme entwickelt, die das Expertenwissen der am Arbeitsprozess beteiligten Parteien zusammenführen und es noch während des Arbeitsprozesses zur Verfügung stellen. Hierfür werden die Anforderungen an entsprechende Assistenzsysteme ermittelt und das Erfahrungswissen der einzelnen Experten mithilfe diverser Methoden bestimmt. Anschließend wird es in die Assistenzsysteme integriert.

Rolle von Wellmann Sicherheitstechnik im Projekt

Wellmann Sicherheitstechnik ist Anwendungspartner im Projekt StahlAssist. Es ist ihre Aufgabe, durch ihre Erfahrungen zur Entwicklung von Lösungen beizutragen und diese in der Praxis zu testen. Durch ihr Feedback trägt sie dazu bei, die Lösungen weiter zu verbessern und zu entwickeln. Sie ist als externer Dienstleister auf dem Gelände der im Projekt beteiligten Unternehmen aus der Stahlindustrie beschäftigt und vertritt daher die Perspektive der Außenstehenden.

Transfer von Erfahrungswissen bei der projektspezifischen Übergabe

Bedarf

Da es sich bei sicherheitstechnischen Anlagen nicht um Standard-Lösungen handelt, sondern um speziell auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnittene Systeme, ist eine kontinuierliche Sicherung und Weitergabe von Wissen unerlässlich. Die Montage ist für die Errichtung der Anlage zuständig, wohingegen die Wartungstechnik die Instandhaltung und Störungsbeseitigung verantwortet. Bisher existiert keine systematische Übergabe zwischen Monteur und Techniker, um das gesammelte (Erfahrungs-)Wissen zu übermitteln. Im Zuge des Projektes StahlAssist soll eine effektive und effiziente Übergabesystematik entwickelt werden, die die Mitarbeiter in der Instandhaltung unterstützt.

Ausgangslage

Der für die Montage zuständige Mitarbeiter eignet sich im Zuge des Errichtungsprozesses anlagenspezifisches Wissen (technische und organisatorische Besonderheiten, spezifische Gefährdungen) an. Nach der Fertigstellung einer sicherheitstechnischen Anlage wird diese an die Wartungsabteilung übergeben. Beim Wechsel der Zuständigkeiten wird das spezifische Wissen bisher nicht weitergegeben.

Ziele

Die Entwicklung einer Übergabesystematik ermöglicht den nachhaltigen Transfer von Erfahrungswissen. Neben der Einbindung technischer Informationen und Fakten soll ebenso erfahrungsgeleitetes Wissen übermittelt werden, das bisher noch nicht dokumentiert ist und außerhalb der Routine auftritt. Hierdurch soll sich zum einen der Zeitaufwand vor Ort minimieren, zum anderen ermöglicht eine systematische Übergabe den Technikern eine bessere Vorbereitung der Wartungs- und Störungsdiensteinsätze. Daneben bildet sich schrittweise eine unternehmensspezifische Übergabe- sowie Gesprächskultur heraus.

Vorgehen

Zur Identifikation der Mitarbeiter mit dem Vorhaben wurde eine Change-Story entwickelt, die den Mitarbeitern die Potenziale des Ansatzes verdeutlicht. Um das für die Techniker relevante Wissen zu ermitteln, werden exemplarisch mehrere Übergabegespräche zu ausgewählten Pilotprojekten in Form von Triadengesprächen geführt. Aus den Ergebnissen der Gespräche werden Leitfragen entwickelt, die eine Grundlage für zukünftige Übergaben schaffen.

Bisherige Ergebnisse

Neben regelmäßig wiederkehrenden Themen konnten in den Übergabegesprächen bereits individuelle Entscheidungs- und Problemlösestrategien ermittelt werden. Es gilt, diese Strategien weiter aufzubereiten, um sie innerhalb des Unternehmens zu übermitteln. Gleichzeitig wird an der Entwicklung einer App zur mobilen Wissensdokumentation und -vermittlung gearbeitet.

Weitere Informationen können Sie der Projekthomepage https://stahlassist.de/ oder dem nachfolgenden Projektvideo entnehmen: